Vision für eine vernetzte Zukunft in Bayern und Oberösterreich

 

Alpen-Connect ist das strategische Projekt zur Schaffung eines hochmodernen, dezentralen Internet-Austauschpunktes (Internet Exchange, IX) im Herzen der Grenzregion zwischen Bayern und Oberösterreich. Unser Ziel ist es, die digitale Infrastruktur dieser dynamischen Region maßgeblich zu stärken und eine zukunftsorientierte Plattform für den direkten und effizienten Datenaustausch zu etablieren. Dieses Projekt steht für eine neue Ära der digitalen Souveränität, Wirtschaftsförderung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

 

Warum jetzt? Die Notwendigkeit eines regionalen IX

 

Die digitale Transformation schreitet rasant voran. Gleichzeitig erhöht sich der Bedarf an einer leistungsfähigen, resilienten und lokalen Internetinfrastruktur. Aktuell wird ein Großteil des Internetverkehrs in Deutschland und Österreich über zentrale Knotenpunkte abgewickelt, die oft weit entfernt liegen. Dies führt zu:

  • Höheren Latenzen: Daten müssen weite Wege zurücklegen, was die Geschwindigkeit digitaler Anwendungen beeinträchtigt.
  • Erhöhten Kosten: Lokale Internet Service Provider (ISPs) tragen höhere Transitkosten für den Datenaustausch.
  • Geringerer Ausfallsicherheit: Eine Abhängigkeit von wenigen, zentralen Punkten birgt erhöhte Risiken bei Störungen oder Ausfällen.

Alpen-Connect adressiert diese Herausforderungen direkt, indem es eine lokale, hochleistungsfähige und ausfallsichere Alternative schafft, die den Datenverkehr in der Region hält.

 

Nutzen für Oberösterreich und die gesamte Alpen-Donau-Region

 

Ein dezentraler IX in der Grenzregion zwischen Oberösterreich und Bayern bietet multiple Vorteile, die direkt auf die strategischen Ziele der oberösterreichischen Landesregierung einzahlen:

  1. Wirtschaftliche Stärkung und Standortattraktivität:
    • Förderung der Digitalwirtschaft: Geringere Latenzen und Kosten machen die Region attraktiver für technologieintensive Unternehmen, Start-ups und Digitaldienstleister.
    • Sicherung lokaler Arbeitsplätze: Lokale ISPs und IT-Dienstleister profitieren von besseren Wettbewerbsbedingungen und können ihre Angebote ausbauen.
    • Impuls für Innovation: Eine verbesserte Infrastruktur zieht Investitionen an und fördert die Entwicklung neuer digitaler Produkte und Services.
    • Stärkung des Mittelstandes: Kleinere und mittlere Unternehmen erhalten Zugang zu einer effizienteren und kostengünstigeren Konnektivität.
  2. Verbesserung der digitalen Infrastruktur und Ausfallsicherheit:
    • Geringere Latenz & Höhere Bandbreite: Direkter Datenaustausch zwischen regionalen Netzwerken beschleunigt Internetdienste erheblich und ermöglicht hochbandbreitige Anwendungen.
    • Erhöhte Resilienz durch tiefe Dezentralisierung: Durch die konsequente Dezentralisierung des IX-Netzwerks auf mehrere, kleinere regionale Satelliten-Knotenpunkte (Points of Presence) wird die Abhängigkeit von wenigen zentralen Punkten eliminiert. Dies macht die digitale Infrastruktur außergewöhnlich robust gegen Ausfälle, Cyberangriffe und Naturkatastrophen.
    • Modernste Technologie: Die Plattform wird von Grund auf mit modernen Protokollen wie IPv6 konzipiert, was die Zukunftsfähigkeit und Skalierbarkeit sichert.
  3. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und regionale Entwicklung:
    • Stärkung der Euroregion: Der IX fördert die Kooperation zwischen bayerischen und oberösterreichischen Unternehmen und Institutionen und festigt die Region als digitalen Wirtschaftsraum.
    • Regionale Autonomie: Erhöht die digitale Selbstbestimmung der Region und reduziert die Abhängigkeit von überregionalen oder internationalen Netzwerken.
  4. Datensouveränität und Sicherheit:
    • Daten bleiben lokal: Ein Großteil des regionalen Datenverkehrs verbleibt innerhalb der Region, was die Datensouveränität erhöht.
    • Verbesserte Sicherheit: Lokale Kontrollpunkte ermöglichen eine bessere Überwachung und Abwehr von Bedrohungen.

 

Technologische Grundlage und Umsetzungsstrategie

 

Alpen-Connect setzt auf eine robuste, quelloffene und effiziente Infrastruktur, die maximale Leistung bei optimierten Betriebskosten gewährleistet. Wir planen den Einsatz von modernster Routing-Technologie, basierend auf effizienten und sicheren Betriebssystemen wie FreeBSD, und nutzen bewährte Netzwerkmanagement-Lösungen wie OPNsense für das Routing und die Sicherheit. Der konsequente IPv6-only-Ansatz sichert die Zukunftsfähigkeit und Effizienz der Plattform.

Einzigartige dezentrale Architektur und hybride Konnektivität: Die Besonderheit von Alpen-Connect liegt in seiner tiefgreifenden Dezentralisierung. Statt weniger großer Knotenpunkte wird ein Netzwerk aus vielen kleineren, regionalen Satelliten-Knotenpunkten (PoPs) aufgebaut. Diese innovative Struktur bringt den Datenaustausch direkt in die Gemeinden und Unternehmen, reduziert die Latenz auf ein Minimum und maximiert die Ausfallsicherheit.

Ergänzt wird dies durch eine flexible und schnelle Anbindung über leistungsfähige Wi-Fi 7 Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Diese genehmigungsfreie drahtlose Technologie ermöglicht es, auch schwer erreichbare Standorte und ländliche Gebiete schnell und kostengünstig an das hochleistungsfähige IX-Netzwerk anzubinden. Dies schafft eine überall verfügbare Konnektivität und bietet insbesondere lokalen Wi-Fi Providern eine ideale Plattform, um ihre Dienste auf eine neue Ebene zu heben und zur flächendeckenden Versorgung beizutragen.

Zusätzlich ermöglicht die Architektur die Integration von Edge Computing und dezentralem Content-Caching für eine unübertroffene Performance und Effizienz.

Um eine neutrale und faire Betriebsführung zu garantieren, wird eine gemeinwohlorientierte Firma gegründet, die die Interessen aller Teilnehmer gleichermaßen berücksichtigt und den Betrieb langfristig im Sinne des öffentlichen Nutzens ausrichtet. Transparente Teilnahmebedingungen und eine offene Kommunikationskultur sind dabei unerlässlich.

 

Nächste Schritte und Aufruf zur Zusammenarbeit

 

Die Realisierung von Alpen-Connect erfordert eine enge Kooperation zwischen den regionalen Regierungen, lokalen Telekommunikationsunternehmen, Rechenzentren und der Wirtschaft. Wir laden die oberösterreichische Landesregierung ein, dieses wegweisende Projekt aktiv zu unterstützen und gemeinsam die Weichen für eine noch stärkere, sicherere und innovativere digitale Zukunft unserer Region zu stellen.

Für detaillierte technische Konzepte, Standortanalysen und die Entwicklung eines gemeinsamen Fahrplans stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner: [Ihr Projektteam / Ihr Name]